Wiener Sängerknaben
Hofburgkapelle, Blick auf den Hochaltar.
"Musica magnifica" in der Wiener Hofburg

An jedem Sonntag von Mitte September bis Ende Juni öffnen sich die Tore der Kapelle in der Kaiserlichen Hofburg für besondere Besucher. Pünktlich um 9.15 Uhr beginnt die Heilige Messe. Die musikalische Gestaltung liegt bei weltberühmten Musikern: den Wiener Philharmonikern, den Wiener Sängerknaben und Mitgliedern des Herrenchors der Staatsoper. Sie alle stehen im Dienst der Republik, die diese ehrwürdige Tradition aus der Kaiserzeit fortsetzt. Hier ist Musik ein Teil des Gottesdienstes und zielt nicht nach Applaus wie im Konzertsaal. Der Dirigent, der Organist, die Instrumentalisten und die Chorsänger haben ihren Platz auf einer Empore hoch oben an der Rückwand der im Mittelalter gebauten Burgkapelle. Für die Schlussmotette steigen die Sängerknaben jedoch herunter vor den Altar.

Der Choral-Schola aus ehemaligen Sängerknaben ist das „Proprium“ anvertraut, das sind die während des Kirchenjahrs und zu den Heiligenfesten wechselnden Teile der Messe. Das feststehende „Ordinarium“ (Kyrie, Gloria, Sanctus, Credo, Benedictus, Agnus Dei) stammt von den großen Meistern der Tonkunst – so von Heinrich Isaac („Missa carminum“), Jacobus Gallus („Missa canonica“), Claudio Monteverdi („Missa quattro voci“), Johann Adolph Hasse („Messe G-Dur“), Antonio Salieri („Hofkapellmeistermesse“), Joseph Haydn („Theresienmesse“, „Nicolaimesse“, „Paukenmesse“, „Heiligmesse“), Michael Haydn („Hier liegt vor Deiner Majestät“), W. A. Mozart („Krönungsmesse“, „Credomesse“, „Missa brevis F-Dur“, „Spatzenmesse“, „Orgelsolomesse“, „Trinitatismesse“, „Waisenhausmesse“), Georg Albrechtsberger („Messe Es-Dur“), Ludwig van Beethoven („Messe C Dur“), Franz Schubert („Deutsche Messe“, Messen in C-Dur, Es-Dur, F-Dur, G-Dur, B-Dur), Anton Bruckner („Messe D-Moll“).

(red)




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